Optische Täuschung verhindern

Bei der Verlegung von Bodenbelägen auf Treppenstufen ist in mehrfacher Hinsicht besondere Sorgfalt angebracht: Es muss in der Regel nicht nur auf die Rutschhemmung des Bodenbelags geachtet werden, sondern auch auf die Sichtbarkeit der einzelnen Stufen. Ansonsten kann die Unfallgefahr steigen.

Oft werden bei der Verlegung von textilen Bodenbelägen auf Treppenstufen die Stufen einfach mit Teppichboden oder Nadelfilz umzogen. Eine zusätzliche Treppenkante wird nicht eingeplant. Auch bei der Verlegung von Parkett verzichtet man aus optischen Gründen häufig auf die Treppenkante. Wenn jedoch eine Treppe vollständig mit einem Bodenbelag des gleichen Dekors wie in den umgebenden Räumen belegt ist, entstehe mitunter eine Art optischer Täuschung. Nutzer können den Eindruck bekommen, dass es sich hier um eine ununterbrochene Fläche, eine Art Fluss, handelt. Diese unbewusste Wahrnehmung suggeriere eine unkomplizierte Begehbarkeit, die aber nicht gegeben ist. Um dieses Gefahrenpotenzial zu vermeiden, muss „der Fluss“ unterbrochen und die Treppe quasi „zum Wasserfall“ mit sichtbaren Unterbrechungen werden.

Bei Treppenstufen lässt sich dieser Effekt dadurch erreichen, dass man die Tritt- und Setzstufen mit unterschiedlich farbigen Bodenbelägen versiehe oder durch das Anbringen von Treppenkantenprofilen eine Unterbrechung herbeiführt.

Treppenkantenprofile sind, anders als die Oberflächen von Auftritten, nicht eigens auf Rutschhemmung geprüft. Sie werden stets quer (90 Grad) zum Treppenlauf auf die Kante montiert. Die Riefung von Treppenkantenprofilen verläuft quer und stellt somit eine Rutschhemmung her. Doch welche Treppenkantenprofile nutzt man für welche Beläge?

Wichtigstes Kriterium ist die Art der Treppennutzung. In einem privaten Wohnhaus fällt die Frequentierung der Treppe sicher geringer aus als in einem gewerblichen Bereich oder einem Mehrfamilienhaus. Entsprechend wird bereits der Bodenbelag nach Nutzungsklasse und Rutschhemmstufe ausgesucht. Als Faustregel gilt: Je intensiver die Nutzung der Treppe, desto grober sollte die Riefung der Treppenkantenprofile ausfallen. Je nach gewähltem Bodenbelagstyp können mehrteilige oder einteilige Treppenkantenprofile Verwendung finden.

Bei Mehrschichtparkett, Laminat oder den heute gängigen Hybrid-Bodenbelägen kommen in der Regel mehrteilige Treppenkantenprofile wie zum Beispiel das Treppenkantenprofil „PS 400″ Nummer 420 oder 422 von Prinz zum Einsatz. Bei elastischen Bodenbelägen wie Linoleum, LVT oder PVC eignen sich eher einteilige Profile wie das Treppenkantenprofil Nummer 196 oder 289. Für den Übergang zwischen Setz­ und Trittsrufe bietet Prinz das Innenwinkelprofil Nummer 107.

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